Zur Geschichte der Kapelle – hauptsächlich recherchiert von Theo Emmer
| 1879 | Der Bauer Johann Stiegler („Fischer“) lässt aufgrund eines Gelübdes einen ersten Bauplan zeichnen. |
| 1880 | Unter anderem genehmigt das Bischöfliche Ordinariat Regensburg mit strengen Auflagen (nur Privatandachten, kein Opferstock …) den Kapellenbau. |
| 1881 | Baubeginn, teils auf Gemeindegrund, teils auf dem des Gastwirts Johann Eichenseher, der den Grund aber der Ortsgemeinschaft schenkt. Die Baukosten trägt Johann Stiegler. |
| 1882 | Fertigstellung der Kapelle. Der Bauherr stiftet einen Geldbetrag für den späteren Unterhalt. |
| 1883 | Anfertigung eines Kreuzweges durch einen Maler aus Reinhausen. |
| Segnung der Kapelle nach bischöflicher Genehmigung durch den Beichtvater des Klosters Pielenhofen. | |
| 1884 | Die Angerer Grundbesitzer beschließen, das Eigentum an der Kapelle, „die für die ganze Ortschaft eine Zierde und ein schönes Bethaus ist“ samt Baulastpflichten gemeinsam zu übernehmen, widerrufen diesen Beschluss aber aus nicht mehr nachvollziehbaren Gründen. |
| 1885 | Die Mitglieder der Ortsgemeinde Anger beschließen erneut, die Schenkung von Kapelle und Grund anzunehmen, jedoch unter Ausschluss weiterer Baulastpflichten. |
| 1887 | Gastwirt Eichenseher und die Ortsgemeinde Anger treten den Grund, auf dem die Kapelle steht, gegen Kaufpreis an Johann Stiegler ab, der im Kataster als Eigentümer verzeichnet ist. Nach dem Tod des Bauherrn übernehmen die jeweiligen Erben des „Fischer“-Hofes auch die Kapelle. |
| 1929 | Die Einwohner von Anger und Umgebung stiften zwei Glocken. |
| 1943 | Die Glocken müssen an die Reichsstelle für Metalle abgeliefert werden, um daraus im Zweiten Weltkrieg Waffen herzustellen. |
| 1962 | Der Laaberer Pfarrer Josef Scheuerer lässt die marode Kapelle renovieren. Einwohner von Anger und Umgebung helfen mit unentgeltlichem Arbeitseinsatz und Spenden. Sogar eine neue Glocke wurde gespendet. |
| 1980 | Augustin und Marianne Stiegler lassen die Kapelle auf ihre Kosten renovieren. |
| 1985 | Seither ist die Kapelle nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich, für die Gründe gibt es keine gesicherte Quellenlage. |
| 2014 | Heidi Ziegaus (geb. Stiegler) und ihr Mann Thomas planen die Sanierung der Kapelle, durch Corona-Vorschriften verzögert. |
| 2021 | Der Kapellenverein Anger wird gegründet und übernimmt das Eigentum an dem Kirchlein. Sein Zweck ist die Instandsetzung, Erhaltung und Pflege der denkmalgeschützten Nebenkirche Mariä Heimsuchung in Anger durch ideelle und materielle Förderung des Objektes. Dabei soll das Interesse der Allgemeinheit an diesen und ähnlichen Bauwerken geweckt und historisches Denken gefördert und bewahrt werden. Im Oktober erfolgt durch die Jugendbauhütte die Wintersicherung der Kapelle (Dach neu eingedeckt, Inventar ausgebaut und eingelagert, Beginn mit Putzerneuerung innen). |
| 2022 | Im Mai ging’s weiter mit der Renovierung des Blechdachs, Entfernen der maroden Teile des Außenputzes, Verputzarbeiten außen und innen. Was die Jugendbauhütte nicht mehr schafft, will der Kapellenverein in Eigenregie fertigstellen, unterstützt durch kompetente Handwerksbetriebe. Altar, Heiligenfiguren, Bilder und Turmkreuz werden in der renommierten Parsberger Firma Fromm restauriert. Ende September soll nochmals die Jugendbauhütte anrücken, um nach hinreichender Trocknung außen und innen zu streichen, damit die Kapelle in neuem Glanz erstrahlen kann: als Schmuckstück für Anger und den ganzen Markt Laaber! |
| 2024 | Am 7. November 2024 wurde in Kallmünz dem Kapellenverein Anger e.V. einer der vier Hauptpreise des Denkmalpreises des Landkreises Regensburg verliehen. |
| 2025 | Am 15. Juli 2025 erhält der Kapellenbauverein Anger e.V., vertreten durch seine Vorsitzende Heidi Ziegaus, die Bayerische Denkmalschutzmedaille aus der Hand des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst Markus Blume. |
